Wie alles begann

Angefangen hat die Arbeit der Lernwarte mit der Förderung legasthener Kinder, weil hier schon schnell klar war, dass diese Kinder anders lernen müssen, als es häufig praktiziert wird. Die Frage, warum werden Fehler trotz mindestens durchschnittlicher Intelligenz gemacht, ließ mich die Kinder genau beobachten. Es gibt eben nicht die eine Legasthenie, sondern unterschiedliche Stärken und Schwächen können zusammenkommen. Immer deutlicher wurde mir, dass das Kind, wie auch jeder erwachsene Mensch in einem System lebt und dieses ebenfalls auf ihn wirkt.

Viele Komponenten beeinflussen, ob wir glücklich oder traurig sind, ob das Lernen leicht oder schwer fällt, ob wir erfolgreich oder erfolglos sind. Um eine gute Lösung zu finden, muss jeder zu seiner eigenen Lösung kommen. In der Arbeit mit Kindern ist es besonders wichtig, dass nicht nur die reine Lernleistung im Vordergrund steht, sondern die Persönlichkeitsentwicklung gefördert wird. Den Mut, sich den Aufgaben und Herausforderungen immer wieder neu zu stellen, dabei motiviert und freudig zu bleiben, sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Das Kind steht im Mittelpunkt, seine Leistungen ebenso wie seine Talente, Ängste, die Art und Weise, wie es Erlebtes verarbeitet. Es werden für das Kind günstigere und individuelle Arbeitsstrategien entwickelt, ebenso Konfliktsituationen aufgearbeitet, auf Arbeiten und Prüfungen vorbereitet, das Selbstbewusstsein gestärkt. Dies sind Ziele der Lerntherapie, um kreative und motivierte Kinder mit gutem Selbstwertgefühl durch die Schulzeit zu begleiten.